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Die Faszination des Fremden.

Madagaskar

Von • 7. August 2008 • Kategorie: Lead Story

Madagaskar ist eine eigene Welt. Ein einzigartiger Minikontinent. Weder Asien noch Afrika: Madagaskar, die Insel vor der ostafrikanischen Küste, hat eine Flora und Fauna, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.

Urgeschichtlich ist Madagaskar ein Kernstück des legendären Südkontinents Gondwanaland, der vor 250 Millionen Jahren auseinander brach. Teile der Landmasse drifteten in mehrere Kontinente auseinander. Nach Grönland, Neuguinea und Borneo ist Madagaskar – mit fast 590.000 Quadratkilometern – die viertgrößte Insel der Welt.

Auf diesem Kernstück von Gondwanaland konnte sich wie auf einer Arche Noah auf Madagaskar eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt aus der Urzeit erhalten. Aber nicht nur Flora und Fauna sind dort einzigartig: Auch das Weltbild der Menschen, ihr Umgang mit Leben und Tod, ist für Europäer fremd und unheimlich.

Die Insel gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, in der ein Raubbau an der Natur und eine ständige Umweltzerstörung Spuren hinterlassen. Ende letzten Jahrhunderts begann – trotz heftigen Widerstands – die Ausbeutung durch die französische Kolonialmacht. Die Franzosen bauten das Verkehrsnetz aus, um Bodenschätze und Kolonialwaren wie Pfeffer, Vanille, Kakao und Nelke schneller nach Europa liefern zu können. 1960 hat Frankreich unter de Gaulle Madagaskar in die Unabhängigkeit entlassen. Die Folge war ein wirtschaftlicher Abstieg, von dem sich das Land bis heute nicht erholt hat.

Obwohl Madagaskar eher sehr abgelegen ist, lockt eine mystische Einzigartigkeit seit jeher Ausländer an, zunächst handeltreibende Araber, Inder und Chinesen, dann Europäer als Kolonialisten und heute als Touristen.

Noch immer ist Frankreichs Einfluss groß. Heute stellen sie einen Großteil der Touristen, die ins Land kommen. Französisch ist zweite Amtssprache, und viele Städte wie Antananarivo, Morondava, Tuléar oder Tamatave weisen noch jetzt den morbiden Charme alter Kolonialstädte auf.

Nach dem Amtsantritt von Präsident Marc Ravalomanana im Jahre 2002 richtet sich das Land immer stärker an US-amerikanischen Interessen aus. Und wie überall in Afrika ist China auch mit im Boot. Die Folge  ist eine boomende industrielle Ausbeutung der vielen Bodenschätze und als besonderer Clou warten Offshore-Ölfelder auf ihre Erschließung.

VaoVaoWeb bietet Informationen, Nachrichten und Bilder über die Kultur der fernen Roten Insel im Indischen Ozean. Die Faszination des Fremden. A world apart.

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